Tagesstätte Hochallee
Die Tagesstätte bietet 20 Plätze für Menschen mit psychischen Schwierigkeiten.
Das Angebot umfasst ein variables therapeutisches Wochenprogramm, das sich aus einem sogenannten Kernprogramm und einem übergreifenden Programm zusammen setzt. Am Kernprogramm, das hauptsächlich vormittags stattfindet, nehmen nur Klienten der Tagesstätte teil. Vor allem an den Nachmittagen finden unterschiedliche Gruppenangebote statt, die gemeinsam von Klienten der Tagesstätte und den Bewohnern aus dem Wohnhaus genutzt werden.
Mit jedem Klienten wird ein individueller und verbindlicher Wochenplan erarbeitet, der zu Beginn hauptsächlich / möglichst aus dem täglich statt findenden Kernprogramm der Tagesstätte besteht.
Die Aufenthaltsdauer in der Tagesstätte sollte mindestens ein halbes Jahr betragen, um Voraussetzungen für einen möglichst erfolgreichen Therapieverlauf zu schaffen.
Die Mitarbeiter
Das Mitarbeiterteam in der Tagesstätte ist multiprofessionell zusammengesetzt und besteht aus:
1 Fachkrankenschwester für Psychiatrie
2 Ergotherapeuten
2 Sozialpädagogen
Räumlich-sachliche Ausstattung
Den Klienten stehen ein größerer, teilbarer Gruppenraum mit Balkon, ein kleinerer Gruppenraum, ein Ruheraum, eine Teeküche und zwei WCs zur Verfügung. Die Räumlichkeiten sind möglichst wohnlich eingerichtet und verfügen über eine Musikanlage, TV und Video.
Für die ergotherapeutischen Angebote können ein Arbeitsraum und eine mit Werkmaschinen und Brennofen ausgestattete Werkstatt genutzt werden. Diese Räume stehen auch den Wohngruppen zur Verfügung.
Das Haus verfügt über eine Großküche mit Speisesaal, wo die Klienten an drei Tagen in der Woche Mittagessen erhalten.
Es gibt ein teilbares Büro für die Mitarbeiter. Für Einzelgespräche können nach Absprache zusätzlich die Räumlichkeiten der Wohngruppen genutzt werden.
Die Klienten haben die Möglichkeit, den Garten des Hauses mitzubenutzen. Im Innenhof befinden sich überdachte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Aus baulichen Gründen können wir keine Rollstuhlfahrer aufnehmen.
Die Tagesstätte ist zentral gelegen und läßt sich mit der U-Bahn Linie U1, Station Hallerstaße und mit dem Metrobus 15, Haltestellen Hallerstraße oder Parkallee gut erreichen.
Therapeutische Umsetzung / Rehabilitationsinhalte
Die Tagesstätte stellt eine niedrigschwellige Vorbereitung auf Arbeit bzw. berufliche Rehabilitation dar. Die Klienten sollen mit Blick auf eine zukünftige Berufstätigkeit lernen, pünktlich und regelmäßig zu den Angeboten zu erscheinen, mit Abmeldungen im Krankheitsfall verantwortlich umzugehen und den ihnen zustehenden Urlaub rechtzeitig abzusprechen. Weitere Verbindlichkeiten wie z. B. das Treffen nötiger Absprachen und die Übernahme von Verantwortung werden im Tagesstättengeschehen ebenfalls trainiert.
Wir unterstützen unsere Klienten in der Tagesgestaltung und bieten neben einer verlässlichen Tagesstruktur die Möglichkeit, Perspektiven in Bezug auf private oder berufliche Veränderungswünsche zu entwickeln.
Dauer der Maßnahme / Erfahrungswerte
Die Aufenthaltsdauer in der Tagesstätte ist individuell verschieden, beträgt aber in der Regel zwischen einem halben und drei Jahren.
Im ersten halben Jahr stellt sich erfahrungsgemäß heraus, ob ein Klient von den Tagesstättenangeboten profitieren kann. Klienten, deren Aufenthalt länger als ein halbes Jahr beträgt, erreichen in aller Regel eine psychische Stabilisierung. Dies zeigt sich unter anderem am Rückgang der stationär-psychiatrischen Aufnahmen im Verlauf der Rehabilitationsmaßnahme. Außerdem berichten diese Klienten über eine Verbesserung ihrer Lebensqualität, die sich z.B. in dem vermehrten Interesse und verstärktem Antrieb, sich wieder um die eigene Versorgung und Lebensplanung zu kümmern, ausdrückt.
Im Anschluß an die Tagesstätte gestaltet sich die Perspektive je nach individueller Entwicklung unterschiedlich. Ein Teil der Klienten wünscht im Anschluß keine weitere Betreuung und nimmt keine Tätigkeit auf. Einige dieser Klienten fühlen sich psychisch stabil, haben das Gefühl, eine „Pause“ zu benötigen und sind in der Lage, ihre Freizeit selbst zu gestalten. Andere lehnen eine weitere Betreuung ab, da sie sich nicht weiter mit der Erkrankung auseinandersetzen möchten und ziehen sich tendenziell aus den sozialen Kontakten zurück.
Ein weiterer Teil der Klienten lässt sich im Anschluss durch ein Betreutes Wohnen betreuen. In der Regel sind diese Klienten relativ stabil, sozial integriert und möchten aus unterschiedlichen Gründen keiner Beschäftigung nachgehen.
Manche Klienten nehmen anschließend eine Tätigkeit auf. Diese kann sowohl eine arbeitsvorbereitende Maßnahme aber auch eine geringfügige Beschäftigung auf dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt sein. Teilweise wird zusätzlich eine Betreuung im Betreuten Wohnen wahrgenommen. Relativ wenige Klienten benötigen im Anschluss an den Tagesstättenaufenthalt eine stationäre oder teilstationäre Behandlung.
