Therapeutische Angebote
Bezugstherapeutensystem / Einzeltherapie
Die Tagesstätte arbeitet nach dem Bezugstherapeutensystem. Das bedeutet, dass für jeden Klienten ein Mitarbeiter als Hauptansprechpartner zuständig ist. Die Bezugspersonenarbeit beinhaltet das Angebot regelmäßiger Einzelgespräche, die Erstellung eines Hilfeplans, Besprechung belastender Erlebnisse, soziale Beratung und Unterstützung im Umgang mit Behörden, Krisenintervention und ggf. Familiengespräche. Außerdem ist der Bezugstherapeut zuständig für die Beantragung der Kostenübernahme bzw. deren Verlängerung bei der entsprechenden Fachbehörde.
Gruppenangebote:
Das therapeutische Gruppenangebot gliedert sich in ein Kernangebot und in ein übergreifendes Angebot.
Am so genannte Kernprogramm, das an allen Vormittagen bis auf donnerstags und zusätzlich am Freitagnachmittag stattfindet, nehmen nur Klienten der Tagesstätte teil. Mit Hilfe des Kernprogramms können die Klienten neben einer therapeutischen Auseinandersetzung eine Gruppenidentität und ein Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln. Durch das Kernangebot lässt sich ein beziehungsfreundlicher und schützender Rahmen herstellen, der es den Klienten ermöglicht, auch außerhalb dieses Rahmens an gruppenübergreifenden Therapieangeboten im GPZE teil zu nehmen.
Im Folgenden beschreiben wir Gruppeninhalte des Kernangebotes der Tagesstätte. Teile des Kernangebotes können aufgrund sich verändernder Bedarfe und Wünsche der Klienten variieren.
Gesprächsgruppen:
Einmal wöchentlich finden zwei Gesprächsgruppen statt, an denen jeweils die Hälfte der Klienten kontinuierlich teil nehmen.
Diese Gruppen sind thematisch offen konzipiert, d.h. die Klienten haben die Möglichkeit, eigene Themen in die Gruppe einzubringen, zu reflektieren sowie persönliche Erfahrungen mit anderen auszutauschen.
Die Gesprächsgruppen dienen unter anderem dazu, die Kommunikation untereinander und die Kritik- und Konfliktfähigkeit zu fördern.
Auseinandersetzung mit aktuellem gesellschaftlichem Geschehen:
In den Gruppen „Lebensräume“ und in der „Zeitungsgruppe“ besteht die Möglichkeit, Offenheit gegenüber gesellschaftlich relevanten Themen zu gewinnen, Interessen zu entwickeln und miteinander zu diskutieren. Neben Inhalten wie Lebensumfeld / Wohnort, Arbeit und Bewerbung und Kulturen / unterschiedliche Lebensweisen ist das Ziel, dass die KlientInnen miteinander in Kontakt kommen, sich aufeinander beziehen, sich gegenseitig zuhören, lernen, ihre Meinung zu äußern und sich mit der vielschichtigen gesellschaftlichen Realität auseinanderzusetzen.
Ergotherapie:
Das ergotherapeutische Angebot ist einerseits alltagsorientiert. Das bedeutet, dass die Handlungsfähigkeit durch Aktivitäten des täglichen Lebens wie das Einkaufen und Kochen für die gesamte Gruppe gefördert wird. Andererseits gibt es unterschiedliche kreative Angebote, in denen kompetenz-, interaktions-, themen- und prozessorientiertes Arbeiten möglich ist. Diese Angebote bestehen in den Gruppen, in denen mit unterschiedlichen Materialien wie Ton, Speckstein, Farben und Mosaik gearbeitet wird.
Zusätzlich können Klienten bei Bedarf an einer Konzentrationsgruppe teilnehmen.
Gruppentraining Sozialer Kompetenzen:
Das Gruppentraining Sozialer Kompetenzen ist ein klar strukturiertes, leicht erlernbares, kognitiv-verhaltenstherapeutisches Programm zur Förderung sozialer Kompetenzen und ist an das Konzept von Hinsch und Pfingsten angelehnt. Medium des Sozialen Kompetenztrainings ist das Rollenspiel. Die Methode ist besonders alltags- und ressourcenorientiert.
Psychoedukation:
Speziell für schizophrene und depressive Klienten besteht das Angebot, Wissen und Handlungskompetenzen in Bezug auf die eigene Erkrankung systematisch zu erwerben. Die psychoedukativen Gruppen finden in Form eines Curriculums statt.
Wochenbeginn und Wochenabschluss:
Wir beginnen die Woche mit einem Frühstück, an dem alle Klienten und Mitarbeiter teilnehmen, um auf einer informellen Ebene Erlebnisse des Wochenendes auszutauschen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, um gemeinsam die Woche zu beginnen.
Die Woche beschließen wir mit einer gemeinsamen Kaffeerunde. Dabei werden Aktivitäten für das Wochenende geplant und Geburtstage von Klienten (nach-) gefeiert. Außerdem laden wir an jedem 2. und 4. Freitag im Monat zukünftige Klienten ein, die auf der Warteliste stehen, um ihnen einen ersten Kontakt zu der bestehenden Gruppe und zu den Mitarbeitern zu ermöglichen.
Außenaktivitäten/ Sozialtherapeutische Gruppenmaßnahme:
In unregelmäßigen Abständen finden auf Wunsch der Klienten Ausflüge statt, die von den Klienten selbst geplant und von Mitarbeitern begleitet werden. Einmal jährlich bieten wir für Interessierte eine 8-tägige sozialtherapeutische Gruppenmaßnahme an.
Eigenverantwortliche Gruppen/ Ämter:
Für den Ablauf des Tagesstättenalltags ist es notwendig, dass die Klienten eigenverantwortlich Ämter übernehmen und ausführen. Zudem beinhaltet das Programm Zeiten, die von den Klienten selbst zu gestalten sind. Somit tragen die Klienten Mitverantwortung für die Organisation und Abläufe. Das Forum zur Absprache und Koordination ist die regelmäßig stattfindende Tagesstättenvollversammlung.
