Therapieangebote der Tagesstätte und des Wohnhauses des GPZE
Kernangebot und übergreifendes Rehabilitationsangebot
Die Tagesstätte wie das Wohnheim des GPZE unterscheiden in ihrem Rehabilitationsangebot zwischen einem Kernangebot einerseits und einem übergreifenden Therapieprogramm andererseits. Beide Angebote sollen die psychosoziale Rehabilitation fördern, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Unser sozialpsychiatrischer Ansatz vertraut einerseits auf die positive therapeutische Wirkung spezifischer Milieu-Faktoren, die durch das Kernangebot repräsentiert werden. Das bedeutet im Wesentlichen, dass den Klienten im GPZE ein Ort und eine soziale Bezugsgruppe zur Verfügung stehen, die durch eine annehmende und unterstützende Atmosphäre gekennzeichnet sind, wo sich der einzelne Klient als geschützt, zugehörig, angemessen gefördert und kompetent erleben kann. Im Übergangswohnheim ist dies der Bereich des Wohnens in einer Gemeinschaft mit der hauswirtschaftlichen Versorgung und den Möglichkeiten, Gruppendynamiken zu bearbeiten, sowie das Bezugstherapeutensystem. In der Tagesstätte wird dieses Milieu durch das Bezugstherapeutensystem und durch verschiedene therapeutische Kernangebote, in denen sich die Tagesstättenbesucher als Gruppe erfahren, sowie durch die freundlichen Räumlichkeiten, hergestellt.
Das übergreifende Therapieprogramm beinhaltet Angebote, die ebenso für Tagesstättenbesucher wie für Wohnheimklienten nach individuellem Bedarf zugänglich sind.
Im übergreifende Therapieprogramm unterscheiden wir zwischen:
(a) Ergotherapeutischen Angeboten, differenziert nach einem kreativ-künstlerischen und einem auf Arbeitsrehabilitation ausgerichteten Schwerpunkt
(b) verschiedenen psychotherapeutisch orientierten Gruppenangeboten
(c) Sport- und Körperwahrnehmungstraining
(d) Psychoedukativen Angeboten
Innerhalb dieser vier Schwerpunkte sollen die Angebote verschiedene Bedarfe und Indikationen der Klienten abdecken. So bietet z. B. der ergotherapeutische Bereich derzeit im künstlerisch kreativen Schwerpunkt eine Gruppe an, in der es um Selbstausdruck und therapeutische Selbsterfahrung geht, während in einer weiteren Gruppe die Freude am kreativen Gestalten ohne Reflexion der Werke im Vordergrund steht. Im arbeitsorientierten Bereich reicht das Angebot von einer Gruppe, in der individuell am Werkstück basale Fähigkeiten erprobt werden können, über ein Angebot, in dem das interaktive Gestalten und interindividuelle Abhängigkeiten im Fertigungsprozeß im Vordergrund stehen bis zur Arbeitstherapie.
Individueller Rehabilitationsplan
In der Tagesstätte wie im Wohnheim ist es die Aufgabe der Bezugstherapeuten, ihren Klienten eine Vorstellung des gesamten Rehabilitationsangebots zu vermitteln und mit ihnen einen individuellen Rehabilitationsplan zu verhandeln. Dieser individuelle Wochenplan wird jedem Klienten ausgehändigt. Er repräsentiert einen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen, die der Klient seinerseits formuliert und den Indikationen, die der Bezugstherapeut für die Rehabilitation sieht. Die Teilnahme an einem übergreifenden Angebot wird jeweils für die Dauer von 25 Sitzungen vereinbart. Für diese Teilnahme sind allgemeine Regeln vereinbart worden, die dem Klienten schriftlich mitgeteilt werden. Besondere Vorkommnisse werden den Bezugstherapeuten durch die Leiter der übergreifenden Programme mitgeteilt und umgekehrt. Vor Abschluss von einem Durchlauf von 25 Sitzungen machen die Leiter der übergreifenden Angebote eine Übergabe an die Bezugstherapeuten der teilnehmenden Klienten. Diese Informationen fließen dann in die erneute Bedarfserhebung ein.
